Festabend 750-Jahre Scheppach

Eine bis auf den letzten Platz voll besetzte Mehrzweckhalle Scheppach, viele Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie Gäste, die gespannt auf den Programmablauf warteten, so lässt sich die Stimmung umschreiben, als man nach Saalöffnung um 18:30 Uhr nur kurze Zeit später einen Blick von der Bühne herab ins Publikum werfen konnte.
Reibungslos ging die Ausgabe der von der Gemeinde aus Anlass des Jubiläums beigesteuerten Speisen und Getränke vonstatten. Ein Dankeschön hierfür ausdrücklich den Scheppacher Landfrauen und Punkt 19:30 Uhr sollte das Programm beginnen.

Zur Überraschung vieler ertönten die ersten Fanfarenstöße der Fanfarengruppe aus Öhringen bereits um 19:00 Uhr von der Tribüne herab. Ähnlich wie im Opernhaus wiesen sie mit mehrfachem Schall auf das bevorstehende Ereignis hin und exakt um 19:30 Uhr hob sich dann der Vorhang für die Grundschule Scheppach, die mit dem ersten Tanz den Abend einläuteten. (Bild von der Grundschulkindern)


Wer nun auf die übliche Art und Weise der Ansage gewartet hatte, der wurde zum ersten Mal sehr angenehm überrascht. Spielmann Albrecht gewandet in mittelalterlichen Kleidern, ausgestattet mit mittelalterlichen Musikinstrumenten, marschierte mit einem Dudelsack quer durch die Tischreihen und als er auf der Bühne angelangt war, wurde klar, dass eigentlich er die Moderation am Abend auf mittelalterliche Art und Weise vornimmt. (Bild von Spielmann Albrecht)

So kündigte er unter anderem den Fürst zu Scheppach,  Werner Lumpp, den Vorsitzenden des Magistrats zu Bretzfeld, Thomas Föhl, den Vertreter der Kreisbehörde, Dezernent Gotthard Wirth, den Pfaffen Dieter aus dem Hause zu Ebert und als Vertreter der örtlichen Vereine Gabriele Wenninger, Peter Jäger und Sven Kammler an.

„Ordentlich Handgeklapper“ verlangte er und bekam es auch. Neben den Reden der Vorgenannten haben die Grundschule Scheppach mit einem weiteren Tanz, der Gemischte Chor mit insgesamt vier Liedbeiträgen und die Jazz-Tanzgruppe des ASV in kurzweiliger Art und Weise das 750-jährige Jubiläum gewürdigt.

„Von Rittern, Bauern und Gespenstern - Geschichten aus dem Mittelalter oder das pralle Leben einer vergangenen Epoche“ unter dieser Überschrift war Buchautor Gunter Haug aus Schwaigern der Hauptreferent des Jubiläumsabends. (Bild von Gunter Haug) Wer einen sachlichen und an historischen Fakten allein orientierten Vortrag erwartet hatte, wurde erneut in positiver Art und Weise überrascht. Fazit seiner historischen Beiträge aus dem Mittelalter war, die Menschen, waren sie noch so arm und waren die Unterschiede zwischen Hochadel und armer Landbevölkerung auch noch so krass, die Menschen, sie waren fast immer gleich und vieles wiederholt sich bis zum heutigen Tage.

Aber wer hätte von uns Anwesenden schon gewusst, dass die so stolze Stadt Friedrichshaften am Bodensee bis vor knapp 200 Jahren noch Buchhorn hieß und nachdem es einige Auseinandersetzungen an höchster Stelle gegeben hatte, der „dicke Friedrich“ schlicht die Namensänderung in Friedrichshafen verfügte. Geschichten, die teilweise doch schon beinahe schlüpfrig waren, sie alle trugen zur Heiterkeit bei und Gunter Haug und Spielmann Albrecht waren sicherlich eine tolle Bereicherung für das Festprogramm.

Herr Karlheinz Englert stellte seine von ihm verfasste Scheppacher Ortschronik im Anschluss vor. Und auch hier war derjenige sicherlich enttäuscht, der nur Fakten, das Herunterspulen von Ereignissen, Fakten und Daten, also einen nur nüchternen Sachvortrag erwartet hatte. Einige über die Scheppacher in historischen Schriften verfasste Denksprüche brachte er zur Erheiterung der Gäste zum Besten und sie sollen Appetit machen auf den Kauf des Buches, das ein wunderschönes Werk geworden ist. Hier einige Auszüge:

„Die Einwohner sind fleißig, von gutmütigem Charakter und geschliffener als die Nachbarn im Sulmtal oder gar den Waldorten.“ (Bürgermeister Harry Murso aus Obersulm war unser Gast und konnte die Wahrheit dieses Spruches nur schwerlich in die Neuzeit übertragen wissen.)

„1790: Die Einwohner sind dem Lügen, Betrügen und Stehlen sehr ergeben“.  

„Gott schütze mich vor Sturm und Wind und Weibern, die von Scheppach sind.“

Der letztgenannte Spruch wurde selbstverständlich schnell wieder zurecht gerückt, denn die Scheppacher Weiber sind für vieles Gute bekannt, sonst hätten sie letztendlich wohl kaum immer die passenden Männer gefunden.

Eine besondere Überraschung hatte Bürgermeister Erhard Müller aus der befreundeten Marktgemeinde Pretzfeld in der Fränkischen Schweiz dabei. Die Übergabe einer fränkischen Kirsche und einige Produkte in Flaschenform, die den Nachweis erbringen, dass Kirschen nicht nur zum Essen da sind. Das bereits sehr stämmige Bäumchen wird in nächster Zeit an passender Stelle in Scheppach gepflanzt. Ein schönes Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit mit unseren Pretzfelder Freunden und dafür ein herzliches Dankeschön an Herrn Bürgermeister Erhard Müller.

Das Akkordeon-Orchester Brettachtal trug mit ihrer Unterhaltungsmusik zu einem würdigen Abschluss des Festabends bei, der sicherlich lange und nachhaltig im Gedächtnis haften bleiben wird.

Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an alle Teilnehmer, alle Helfer und Mitorganisatoren, jeder hat seinen Beitrag zu einem tollen Festabend geleistet.

Der Festabend hat Appetit geweckt auf mehr und mehr wird folgen in der Zeit vom 6. bis 8. Juli 2007, wenn es mit einem großen Festwochenende gilt, erneut kräftig und nachhaltig zu feiern.

Programm 750 Jahre Scheppach

750-Jahr-Feier_Scheppach_Programm.pdf

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